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Emballage Festival, Berlin 2000
videoperformance: text, objects, surveillance camera, 2 vhs tapes,monitor, video projector, video switch, mc, microphone
       
grosses Tipi aus Holz, indem viele Leute sternförmig angeordnet schlafen konnten - die Füsse nach innen, damit die Haare nicht Feuer fingen. In der Mitte war das Feuer, dort hing ein grosser Kochtopf - wie bei Asterix & Obelix. Hier wurde für alle Essen gekocht, der Rauch zog senkrecht durch eine Öffnung nach oben hinaus. Es gab tägliche Gespräche zu denen sich nachmittags alle Besetzer und Unterstützer sammelten um die Lage zu besprechen. Natürlich gab es auch Polizeispitzel, trotzdem war die Athmosphäre auf dem Gelände sehr vertraulich und freundschaftlich. Eines Tages kam sogar ein ‹berläufer und blieb als Besetzer bei uns. Wir waren sehr stolz. Der zarte, blondgelockte Martin, der aus der Gegend um Grohnde kam, war noch in der Ausbildung als Polizist. Später zog er mit nach Hamburg in die Marktstrasse. Dort lag er wochenlang in der Wohnung herum - er hatte Depressionen. In der Marktstrasse waren immer viele Leute: Patti, Jochen, Sibylle, Bernhard, ich und wer noch da war. In Grohnde habe ich Andreas kennengelernt, er schrieb und malte Gedichte auf Baumrinde und schenkte sie mir. Er hattte sehr grosse licken abschirmten nach Berlin. Es war sehr aufregend, denn bekanntlich steckten ja auf jedem Heuwagen und hinter jedem Bahnübergang die Vopos mit Kameras und verlangten Valuta. Wir fuhren nach Berlin, nach Kreuzberg. Es sollte dort ein Tu-nix Treffen geben - damals auch sehr gewagt und witzig dieses Wort: Tunix. Es sollte eine Antwort auf den Tu-Was Kongress in Frankfurt sein. Wir fuhren nach Kreuzberg, in die Adalbertstrasse zu Micha´s WG. Ich hatte noch nie so etwas Deprimierendes gesehen wie die damalige Ecke Naunynstr./Adalbertstr./Waldemarstrasse, in der wir uns bewegten. Die Häuser waren schmutzig-grau und -braun. Es regnete, die Strassen klebten und waren kalt. Die Leute auch. Alle Bekannte von Micha rauchten ununterbrochen Haschisch und tranken Bier. Eine drogenabhängige Frau in der Waldemarstrasse gebar alleine in der Whg. über uns ein Baby. Wir sassen unten und kifften als sie herunterkam. Ich war entsetzt und hatte panische Angst. Als wir nach HH zurück fuhren, schwor ich mir nie wieder nach Berlin zu fahren. Berlin wollte ich nie wieder sehen. Micha machte einen Fahrradkollektivladen am Mariannenplatz auf. 1987 - genau 10 Jahre später - bin ich nach Berlin gezogen. Für ein halbes Jahr, wie ich damals allen erzählte. Auf diesem Gelände, die S-Bahn war unter DDR-Verwaltung und das Gelände war abgesperrt, habe ich viel fotografiert. Aber auch sonst konnte man gut sehen, wie anders als West- oder Ostdeutschland sich die
   
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